msn 193C-1163
Version : L1011-385-1
First Flight: 18.02.79
Powered by: 3 x Rolls Royce RB211-22B
MTOW (lbs): 430.000
Complete flying time (Hours): 20547
Landings: 11186

Status : Written off

Curriculum vitae
28.02.1979 delivered Delta N726DA
02.08.1985 written off Dallas-Ft. Worth [crashed on approach]

Pictures


N726DA .. still complete

After the crash ..


Flugverlauf

Über zehn Jahre waren seit dem Absturz der Eastern Air Lines Boeing 727 bei New York City vergangen, der intensive Nachforschungen über das Phänomen der Scherwinde ausgelöst hatte. Von der Entwicklung eines Erfassungssystems und dessen Installierung auf einer Anzahl von Flughäfen bis hin zur Einführung eines Ausbildungsprogrammes für Piloten über den Umgang mit dieser Wettergefahr waren seitdem einige Fortschritte erzielt worden. Als jedoch Delta Flug 191 zum Landeanflug auf den Internationalen Flughafen Dallas/Fort Worth ansetzte, einem geplanten Zwischenstop auf dem transkontinentalen Inlandflug von Fort Lauderdale in Florida nach Los Angeles in Kalifornien, schienen alle Lehren der letzten zehn Jahre in Vergessenheit zu geraten. Scherwinde schickten sich an, ein neues Opfer zu fordern.

Die L-1011 war für ein Instrumentenlandesystem Verfahren (ILS) auf Landebahn 17 links freigegeben. Bei ihrem Anflug muß sie in 260 bis 165 Meter Höhe über Grund auf eine »Mikro - Detonation« gestoßen sein, die aus einem Gewitter ausgetreten war. Der Durchmesser des Ausflusses wurde auf ungefähr drei Kilometer geschätzt. Seine auseinander fließenden Winde hatten unterschiedliche Auswirkungen auf das Flugzeug. Diese konnten später anhand der Aufzeichnungen des digitalen Flugschreibers ziemlich genau nachgewiesen werden.
Die N726DA traf beim Einflug in die »Mikro- Detonation« zuerst auf stärker werdende Gegenwinde, dann auf eine Reihe von Auf und Abwinde, und zuletzt auf zunehmende Rückenwinde. Letztere verursachten eine Verringerung ihrer angezeigten Eigengeschwindigkeit um 80 km/Std. Zusätzlich wurde sie während dieser Periode von einer
seitlichen Windböe mit einer Geschwindigkeit von circa 130 km/Std. erfaßt, die eine Flugzeug - Querlage von 20 Grad nach rechts verursachte.

Der die Maschine steuernde Erste Offizier hatte die normalen Verfahren zum Einflug in Scherwinde eingehalten, und das Flugzeug mit seinen Steuerausschlägen schwanzlastig gemacht. Das Zusammentreffen mit einen Aufwind ließ den Anstellwinkel aber dem Bereich des überzogenen Flugzustandes gefährlich nahe kommen. Deshalb drückte er die Steuersäule wieder etwas nach vorne. Da wirkte aber gerade ein Fallwind auf die TriStar ein und führte zu einem Sinken unterhalb des korrekten Gleitweges. Die Besatzung gab sofort Vollgas, und der Flugkapitän ordnete »Toga« an. Das bedeutete die Betätigung eines Schalters am Flugkommandogerät, um dessen Anleitung für das günstigste Steigflugverfahren zu erhalten. Die Einleitung des Durchstartverfahrens war aber bereits zu spät erfolgt, um den ersten Aufschlag auf den Boden noch verhindern zu können, sie könnte ihn aber abgeschwächt haben.
Die Großraum Düsenpassagiermaschine wurde beobachtet, als sie mit auf 33 Grad gesetzten Landeklappen und ausgefahrenen Vorflügeln aus einer Regenwand auftauchte. Sie setzte dann circa 1800 Meter vor der Landebahnschwelle und 110 Meter links der verlängerten Mittellinie im Anflugkorridor auf einen gepflügten Acker auf. Nach einem nochmaligen Abheben berührte sie erneut den Boden, zerquetschte beim Überqueren einer Überlandstraße eine Personenwagen, knickte drei Lichtmasten entlang des Weges um und streifte einen großen Wasserbehälter. Das Flugzeug schmetterte dann gut 800 Meter von der ersten Aufschlagstelle entfernt gegen einen zweiten Wassertank, brach explosionsartig auseinander und ging in Flammen auf. Nur das hintere Rumpf- /Leitwerkteil hielt einigermaßen zusammen. Es war von dem Brandherd weg nach hinten gerutscht. Es beherbergte die meisten Überlebenden.

Das Unglück kostete 137 Menschenleben. Darunter befanden sich acht Besatzungsmitglieder und der Fahrer (und einzige Insasse) des von der L-1011 zerquetschten Personenwagens. 28 weitere Flugzeuginsassen, darunter drei Flugbegleiter, wurden zum Teil schwer verletzt. Ein Rettungsarbeiter wurde wegen Brust- und Armbeschwerden in ein Krankenhaus eingewiesen. Zwei Passagiere entkamen dem Unglück unversehrt.

Die Wasserbehälter trugen zu der Schwere des Unfalls bei. Ohne sie hätte die Düsenpassagiermaschine jedoch leicht die beiden abgestellten Frachtmaschinen vom Typ DC-10 und DC-8 treffen können, was noch schlimmere Folgen gehabt haben könnte. Dem schnellen Eingreifen der Flughafen - Rettungsmannschaften war es wahrscheinlich zu verdanken, daß nicht noch mehr Opfer beklagt werden mußten.

Die NTSB nannte mehrere Gründe für den Absturz:

  • Die Entscheidung der Besatzung, den Anflug durch eine Cumulonimbus - Wolke hindurch überhaupt einzuleiten und weiterzuführen, wofür sie neben dem verantwortlichen Flugzeugführer auch seine beiden Kollegen in der Pilotenkanzel verantwortlich machte;
  • das Fehlen genauer Richtlinien, Verfahren und einer Ausbildung zur Vermeidung des Einfluges in und Wege des Herausfliegens aus Schwerwinden in niedrigen Flughöhen;
  • und der Mangel an eindeutigen Echtzeit - Informationen über die Gefahr von Scherwinden.
Die Besatzung hatte auch gegen die Richtlinien der Fluggesellschaft zur Vermeidung von Gewittern verstoßen (die jedoch keine Anweisungen enthielten, wie in den Nahverkehrsbereichen von Flughäfen zu verfahren sei). Ihre Entscheidung könnte davon beeinflußt worden sein, daß zwei Flugzeuge kurz vor Flug 191 gelandet waren, ohne Schwierigkeiten gemeldet zu haben. Im Untersuchungsbericht war je doch vermerkt, daß der Flugkapitän viele Jahre auf dem Delta Flugliniennetz verbracht hatte. Er hätte deshalb die Unberechenbarkeit der sich schnell entwickelnden Wärmegewitter kennen müssen.

Das Gewitter hatte sich an diesem Freitag Nachmittag innerhalb kürzester Zeit im Norden des Flughafens aufgebaut. Hinweise auf besondere Wettererscheinungen und Unwetterwarnungen waren nicht herausgegeben worden. Als der Wetterbeobachter beim Flugsicherungskontrollzentrum von Fort Worth gegen 17:25 Uhr essen ging, gab es kein einziges Wetterecho auf dem Radar in einem Umkreis von 16 Kilometer um den Flughafen herum. Bei seiner Rückkehr 45 Minuten später tobte jedoch ein schweres Gewitter mit Stärke vier, und die L-1011 war bereits abgestürzt. Das Tiefflug Scherwind - Alarmsystem des Flughafens (LLWAS) hatte ebenfalls erst nach dem Unfall eine Warnung ausgelöst.
Verschiedene andere Besatzungen hatten in der Umgebung des Flughafens Blitze beobachtet. Eine meldete sogar, eine trichterförmige Wolke gesehen zu haben. Keine der Besatzungen gab aber diese Informationen an den Kontrollturm weiter. Die Bodenleitstelle hatte etwa zehn Minuten vor dem Unfall folgende Mitteilung über Funk an "alle mithörenden Flugzeuge" ausgesendet: »Ein Regenschauer steht genau im Norden des Flughafens...«. Dieser Funkspruch war von Flug 191 aufgenommen worden, eine zweite Information dagegen nicht. Sie war für ein anderes anfliegendes Flugzeug gedacht und lautete:
».. .direkt über dem Endanflug befindet sich ein nettes kleines Gewitter«.

Die US-amerikanische Transport - Sicherheitsbehörde NTSB urteilte, daß die Delta Besatzung die Wetterverhältnisse trotz der nicht optimalen Weiterleitung der Sturminformationen richtig hätte einschätzen können. Die TriStar flog im Endanflug direkt auf die Cumulonimbus Anhäufung zu. Das hätten die Piloten sowohl auf dem Wetterradar als auch mit bloßem Auge erkennen müssen. Auf dem Tonband des Gesprächaufnahmegerätes hörte man den Ersten Offizier sagen: »Wir werden unser Flugzeug frisch gewaschen bekommen«. Das bewies, daß er sich über den Regen vor ihm bewußt gewesen ist. Er machte auch noch eine Bemerkung über das Blitzen. Der Aufprall des Regens auf das Flugzeug war ebenfalls auf dem Tonband zu hören.

Die NTSB entschied ferner, daß die »Start / Durchstart« (TOGA) Betriebsart des Flugweg - Kommandogerätes der TriStar keine ausreichenden Steig- und Sinkfluganweisungen für den Einflug in Scherwinde gab. Das in die N726DA eingebaute Wetterradar könnte zudem mit seinem Mindesteinstellbereich von 90 Kilometer das Gewitter nicht in seinen genauen Ausmaßen dargestellt haben.
Nach diesem Unfall wurde ein verbessertes LLWAS gebräuchlich, das mehr Fühler besaß. Zu den ersten Flughäfen, die das neue System erhielten, gehörte neben Dallas/Fort Worth auch Denvers Stapleton International. Dort bewahrte es 1989 ein Verkehrsflugzeug vor einer mächtigen »Mikro - Detonation«. Noch wirksamer war dieses verfeinerte LLWAS in Verbindung mit einer weiteren technischen Neuerung, dem Doppler Wetterradar.


CVR Transcript

CVR transcript of the December 29, 1972 accident of Eastern Flight 401, a Lockheed L-1011 TriStar in the Everglades near Miami, FL, USA

Legenda:
CAM - Cockpit area microphone
RDO - Radio transmission from accident aircraft
-1 - Voice (or position) identified as Captain
-2 - Voice (or position) identified as First Officer
-3 - Voice identified as Second officer
-? - Unidentifiable voice
APP Dallas Approach
TWR Dallas Tower
* - Unintelligible word
# - Expletive deleted
() - Questionable text


18.02:10 AA539 Three thousand American five thirty nine
18.02:14 CAM-? * * *
18.02:15 APP Delta one ninety one heavy, traffic ten o'clock a mile northbound Twenty hundred unverified
18.02:18 RDO-1 Thank you
18.02:23 APP American five thirty nine reduce speed one seven zero, caution wake
turbulence you'll be following heavy TriStar
18.02:27 AA539 One seventy on the speed American five thirty nine
18.02:35 APP Delta one ninety one heavy is six miles from the marker, turn left Heading one eight zero join the localizer at or above two thousand three hundred cleared for ILS one seven left approach
18.02:43 RDO-1 Deta one niner one roger, all that appreciate it
18.02:46 DL557 Regional approach Delta five fifty seven with you
18.02:48 CAM [Sound of gear warning horn begins five times due to airspeed oscillation about one hundred and eighty knots]
18.02:49 APP Delta five fifty seven approach fly heading two seven zero, expect ILS approach one seven left
18.02:53 CAM [Sound of gear warning horn]
18.02:55 DL557 One seven zero for the left side Delta five fifty six
18.03:03 APP Delta one ninety one heavy, reduce your speed to one six zero please
18.03:06 RDO-1 Be glad to
18.03:08 CAM [Sound of gear warning horn]
18.03:09 CAM-1 One six zero
18.03:10 CAM-2 All right
18.03:11 CAM-1 Localizer and glideslope captured
18.03:12 CAM [Sound of gear warning horn]
18.03:14 APP American five thirty nine turn left two three zero
18.03:16 AA539 Two three zero American five thirty nine
18.03:16 CAM-1 One six zero is your speed
18.03:19 APP Delta five fifty seven reduce speed to one seven zero
18.03:22 DL557 One seventy Delta five fifty seven
18.03:31 APP And we're getting some variable winds out there due to a sh- shower On short out there north end of DFW
18.03:31 APP American five thirty nine turn left to two two zero
18.03:34 CAM-? Stuff is moving in * * *
18.03:35 CAM-? * *
18.03:36 CAM-? * *
18.03:40 CAM [Sound of gear warning and altitude chord]
18.03:43 CAM-1 One six zero's the speed
18.03:45 AA539 Two two zero American five thirty nine
18.03:46 APP Delta one ninety one heavy, reduce speed to one five zero, contact tower one two six five five
18.03:49 RDO-1 One two six five five, you have a nice day, we appreciate your help
18.03:52 APP (Bye)
18.03:53 RDO-? Five eighy six
18.03:58 RDO-1 Tower Delta one ninety one heavy, out here in the rain, feels good
18.04:01 TWR Delta one ninety one heay regional tower one seven left cleared to land, wind zero nine zero at five gusts to one five
18.04:05 RDO-1 Thank you, sir
18.04:07 CAM-2 Before landing check
18.04:08 CAM-3 Landing gear
18.04:10 CAM-1 Down, three green
18.04:10 TWR American three fifty one, if you can make that next high speed there, pull up behind Delta and hold short of one seven right this frequency
18.04:11 CAM-3 Fourteen green
18.04:12 CAM-1 Thirty three, thirty three, green light
18.04:15 CAM-3 Fourteen green
18.04:15 AA351 Three fifty one
18.04:18 CAM-2 Lightning coming out of that one
18.04:19 CAM-1 What?
18.04:21 CAM-2 Lightning coming out of that one
18.04:22 CAM-1 Where?
18.04:23 CAM-2 Right ahead of us
18.04:29 RDO [Sound of open microphone]
18.04:30 CAM-3 You get good legs don't ya
18.04:30 TWR Delta ten sixty one cross one seven right without delay ground point six five after you cross
18.04:36 DL1061 Crossing seventeen right Delta ten sixty one
18.04:38 TWR Three fifty one cross one seven right ground point six five after you cross
18.04:39 CAM-2 [Garbled comment override by radio]
18.04:41 CAM-1 I don't have a DME on mine
18.04:43 CAM-2 I don't know, you haven't had it for the last five minutes
18.04:45 TWR Delta nine sixty three and American six nineteen cross one seen rightground point six five after you cross
18.04:51 AA619 American six nineteen
18.04:52 DL963 Nine six three roger
18.04:54 TWR Three fifty one did you copy to cross
18.04:55 AA351 Yes sir we're on the way American three fifty one
18.04:57 TWR Thank you
18.05:04 CAM-? Wash that off a little bit
18.05:05 CAM-1 A thousand feet
18.05:08 CAM-1 Seven sixty two in the baro
18.05:12 CAM-1 I'll call 'em for you
18.05:13 CAM-2 Aw right
18.05:14 AA178 You want American one seventy eight to turn the corner?
18.05:16 TWR Yes sir, everybody around the corner when you're number one
18.05:19 CAM-1 Watch your speed
18.05:20 CAM [Sound similar to rain begins and continues to impact]
18.05:20 TWR American one fifty six contact departure, good day
18.05:21 CAM-1 You're gonna lose it all of a sudden, there it is
18.05:22 AA156 American one fifty six, so long
18.05:26 CAM-1 Push it up, push it way up
18.05:27 CAM-1 Way up
18.05:28 CAM-3 Way up
18.05:29 CAM-1 Way up
18.05:29 CAM [Sound of engines high RPM]
18.05:30 CAM-1 That's it
18.05:35 RDO [Sound of microphone keying]
18.05:36 TWR American six twenty two cleared for takeoff
18.05:36 CAM-1 Hang on the # #
18.05:38 AA622 Cleared for takeoff American six twenty two
18.05:39 CAM-2 (What's vee ref?)
18.05:40 TWR Five eight six into position one seven right
18.05:44 GPWS Whoop whoop pull up
18.05:44 AA586 Into position and hold five eighty six
18.05:44 CAM [Garbled sound]
18.05:45 CAM-1 Toga
18.05:46 CAM-? * *
18.05:46 TWR November one five juliot fox can you make the ah we'll expedite down to the ah taxi thirty one and a right turn off the traffics a mile final
18.05:46 CAM [Sound of radio altimeters]
18.05:46 GPWS Whoop whoop pull up (sound of GPWS is distributed evenly and continously)
18.05:47 CAM-? Push it way up
18.05:48 GPWS Whoop whoop pull up
18.05:49 GPWS Whoop whoop pull up
18.05:52 CAM [Sound of noise similar to landing; sound of takeoff warning horn. The sound continues for 1.6 seconds]
18.05:53 N15JF Juliot fox roger
18.05:53 CAM-? #
18.05:55.5 CAM-? Oh # [second impact]
18.05:56 TWR Delta go around
18.05:57 End of recording

RelevanteDownloads

Delta Airlines Flug 191 (Absturz durch Schwerwind) ; Original NTSB Aircraft Accident Report
165 Seiten, 1584 kb

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Letzte Aktualisierung : 16. Januar 2004
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