| Auszug einer Meldung von "Air International" (Ausgabe 49 vom 5. November 1995)
" Eine L1011-1 (N781DL) der Delta Airlines mußte auf dem Weg von Los Angeles nach Honolulu aufgrund eines dramatischen Druckabfalls
zum Abflughafen zurückkehren. Nach einer sicheren Landung wurde am Heck des Flugzeuges ein 3,60m großes Loch festgestellt. Diese Beschädigungen
sind so schwerwiegend, daß Delta Airlines die Maschine auch aufgrund des Alters nicht reparieren wird. Die Maschine wird zu Lockheed nach
Marietta überführt und für Bodentests bzw. als Ersatzteilspender verwertet"
Der Flugverlauf
Die N781DL wurde am 23. August 1995 für den Flug 157 von Los Angeles nach Honolulu bereitgestellt. Der Start erfolgte um 20:13 Uhr.
In einer Höhe von 33.000 Fuß registrierte die Crew einen lauten Knall, dem ein sofortiger Druckabfall folgte. Die Crew leitete einen sofortigen
Notsinkflug auf eine Höhe von 14.000 Fuß ein und kehrte nach Los Angeles zurück, wo die Maschine um 22:17 Uhr sicher landete.
Die Ursache
Eine erste Begutachtung des Flugzeuges erbrachte, daß die 20 Schweißnähte der N781DL, die das hintere Druckschott halten sollen, in Ordnung waren.
Die aufgetretene Beschädigung wies aber einen Umfang von rund 12 Fuß im Bereich des hinteren Druckschottes auf. Ansonsten war äußerlich
keine Beschädigung (wie z.B. durch Vogelschlag o.ä.) festzustellen, die zum Druckabfall hätte führen können.
Lockheed teilte schon 1990 mit, daß 7 der 20 Schweißnähte bei einer anderen L1011 nach Ermüdungstest versagt hätten. Dadurch
wäre das Druckschott nicht vollständig abdichtend bzw. käme es bei ungünstigen Flug oder Wetterlagen zu rapidem Druckabfall und
somit zu Beschädigungen der Flugzeugstruktur. Auf der Grundlage dieser Tests übermittelte Lockheed allen Betreibern der L1011 das Service
Bulletin 093-53-105. Inhalt dieses Bulletins war die Überprüfung aller Schweißnähte im Bereich des hinteren Druckschotts für
die Seriennummern 1002 - 1012. Ab der Seriennummer 1013 seien andere Materialien und Verfahren verwandt worden.
Die N781DL war von diesem Bulletin als dritte produzierte Maschine betroffen. Wie jedoch aus den Unterlagen von Lockheed zu ersehen war, hatte aber keine
der Airlines das Bulletin befolgt bzw. entsprechende Maßnahmen eingeleitet. |