Datum : 20. Oktober 1997, ca. 13:00 Uhr
Ort: London Gatwick
Kurz nachdem das Flugzeug auf der Starbahn 8R des internationalen Flughafens London – Gatwick den Startlauf begann, leuchteten die Warnlichter für
das Hydraulik System und die Flugsteuerungsanlage auf. Zum gleichen Zeitpunkt begannen auch die Lichter für die hydraulischen Ruderbegrenzer auf
dem Overheadpanel und die Warnlampe für zu niedrigen Hydraulikdruck des Systems A auf dem Panel des Flugingenieurs zu glühen. Die optische
Anzeige für das hydraulische System begann innerhalb von Sekunden gegen 0 zu fallen
Zeitgleich mit dem Abbruch des Starts informierte der Towerlotse die Crew über Rauchentwicklung im hinteren Teil der Maschine. Die maximale Geschwindigkeit
vor Startabbruch betrug 68 Knoten, so daß das Flugzeug relativ schnell zum stehen gebracht werden konnte.
Die vor Ort alarmierten Rettungsmannschaften gaben später zu Protokoll, daß der Rauch im Bereich des Abgasaustrittes der APU im hinteren
Teil des Flugzeuges austrat. Die Kabinenmannschaft berichtete, daß leichter Rauch über den hinteren Teil in die Kabine eindrang.
Eine kontrollierte Evakuierung der 357 Passagiere über die beiden vorderen Einstiegstüren wurde eingeleitet. Diese konnte allerdings
erst nach rund 10 Minuten vollständig abgeschlossen werden. Bei der Evakuierung verletzten sich 11 Passagiere leicht.
Prüfungen zeigten auf, daß ein Winkel, der eine große, in einem Titaniumkanal eingefaßte, Anzahl von Rohren des Zapfluftsystems des Nr. 2 Triebwerkes
hielt, heraus gebrochen war. Dieser Winkel mußte mit großer Wucht aus seiner Halterung gesprengt worden sein und dabei andere
Rohre beschädigt haben.
Dies hatte sekundären Schaden an den benachbarten hydraulischen Rohren der „A“ und „B“ Systeme verursacht, die die hydraulischen Systemausfälle
nach sich zogen.
Weitergehende Prüfungen zeigten auf, daß der Ausfall von einem massiven, im System aufgebauten Überdruck durch ein defektes Ventil verursacht
worden war. |