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| Als Mitte 1968 die Entscheidung zum Bau der L1011 getroffen wurde, begann die Lockheed - California Company gleichzeitig mit dem Bau der Fertigungseinrichtung.
Gesucht wurde ein Areal, welches platzmäßig für den Bau eines solch großen Luftfahrzeuges ausreichte, über luftfahrttechnische Ausrüstung verfügte,
ausgezeichnetes Flugwetter über das ganze Jahr garantierte und keinerlei Proteste der Bevölkerung aufgrund Fluglärms erwarten ließ. Gefunden wurde dieses Areal
dann auf dem Flugplatz der Stadt Palmdale (Kalifornien) im Antelope Valley.
Lockheed fand hier die optimalen Bedingungen vor um das (damals ohne Zweifel) fortschrittlichste Technologieverkehrsflugzeug der Welt zu produzieren.
Außerdem hatten Lockheed und Palmdale in der Vergangenheit bereits zusammen gearbeitet. Während des Koreakrieges produzierte Lockheed T-Birds und
F-94 "Starfire" in großer Menge am Standort Van Nuys , Kalifornien. Lockheed benötigte für Abnahme und Testflüge weitere Flugplätze in den ganzen USA und
mietete 1951 225 morgen am Flughafen Palmdale an. Gleichzeitig investierte man in die Infrastruktur rund $ 400.000. Man wollte mit dieser Maßnahme nicht nur Arbeitsplätze
in den strukturschwächeren Gebieten schaffen, sondern vor allem die (manchmal) gefährlichen Testflüge von den Großstädten fern halten.
Etwa zur selben Zeit kaufte die Gesellschaft weitere 677 Morgen Land am Airport Palmdale mit dem Zweck, hier den hoch geheimen XB - 70 Überschallbomber zu bauen. Die dazu
benötigten Einrichtungen verschlangen die Unsumme von rund $ 30.000.000. Noch heute sind diese Anlagen in Betrieb und der Airport von Palmdale wird sowohl von der zivilen Luftfahrt als auch
von dem Militär genutzt. Die militärischen Anlagen machen mehr als 2/3 der Gesamtgröße des Flughafens aus. Dies beinhaltete sowohl einen Regierungsteil als auch die geheime
Luftwaffenanlage 42 (Plant42)
Für den TriStar wurden Gebäude im Süd/Westen des Geländes errichtet(Plant10). Die Anlage war für eine Produktionsrate von 10 Maschinen pro Monat
errechnet worden .. eine Rate die die TriStar Produktion real nie erlangte.
Lockheed hatte die Angewohnheit, die meisten Ihrer Flugzeuge nach Himmelskörpern zu benennen. Auf dieser Grundlage war der Name der neuen Produktionsstätte
schnell gefunden :
"The Star Factory in the Desert"
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| Plant10 wurde als $ 50.000.000 Projekt mit 7 Gebäudekomplexen für Produktion und Logistik geplant und realisiert. Die gesamten Anlage umfasste dabei nicht weniger als
430.000 m2. In den Hochphase arbeiteten mehr als 6.000 Menschen in diesem Komplex. Alleine die Betriebskosten und das Gehalt der Menschen betrugen täglich (!) bis zu
$ 1.000.000 !
Palmdale liegt nur ca. 43 NM nördlich von Los Angeles und ist mit dem Flugzeug vom Hauptsitz Lockheeds in Burbank in 20 Minuten erreichbar. Mit dem Auto benötigt man
für diese Strecke rund 1. Stunde. |
The Star Factory in the Desert: Luftaufnahme der riesigen L-1011 Fertigungshalle, des Flugtesthangars und umliegender Gebäude .
Oben rechts: fabrikneue TriStar auf der Flightline werden für die Auslieferung an verschiedene Fluggesellschaften vorbereitet.
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| Der Fertigungs- und Flugtestkomplex hatte das Aussehen und die Bedeutung der Stadt Palmdale positiv verändert. Wie jemand einmal bemerkte "es hat die Wüste grün
gemacht"!
Büros für Lockheed Personal, Vertreter der Fluggesellschaften und Bodenausbildungseinrichtungen gingen ein und aus ... der ehemals braune und unfruchtbare
Wüstenboden wurde in eine grüne Gras- und Blumenwüste umgewandelt
2 volle Jahre hatte der Aufbau gedauert. Die beauftragten Firmen William Simpson Co., Butlerbau Co. und das C. und I. Construction Co. verwendeten 20.000 Tonnen Stahl um die
Gebäude zu errichten. Alternativ hätte man damit auch 100 km Bahngleise legen können.
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Innenansicht des Fertigungskomplexes.
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| 550.000 m3 Beton für Fabrikböden, Rampen und Rollbahnen wurden benötigt. Der Stahl, der Beton und die 25.000 Tonnen von zusätzlichen Gebäudematerialien
füllten 4.145 geschlossene Güterwagen
Der Bau ist 40 m hoch, hat Ausmaße von 300 x 195 m. 28.500m2 beträgt die Fläche des Erdgeschosses.
Um den TriStar zu bauen mußten viele Verkehrswege geschaffen werden. Einzelteile des Flugzeuges wurden per LKW als auch per Flugzeug und Eisenbahn angeliefert. Alleine der
Aufbau der zweigleisigen Bahnstrecken in die Fertigungshalle dauerte mehr als 6 Monate |
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L1011 TriStar in verschiedenen Stufen der Fertigung
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| Die Fertigungslinie war in L - Form aufgebaut. Vom ersten Rumpfteil bis zur vollständig lackierten Maschine war in der Fertigungshalle alles vertreten.
Am Ende der Reihe standen die Flugzeuge dann auf Ihren eigenen Fahrgestellen während die letzten Checks gemacht werden.
Man installierte Luftfahrtelektronik- und Flugtestinstrumentierung und überprüfte die funktionellen Systeme wieder und wieder. Wenn alles installiert und
überprüft war, wurde die Maschine zum Flugtesthangar geschleppt.
Hinter dem TWA TriStar stand einer für Eastern, dessen Tragfläche noch nicht ganz am Rumpf montiert ware. Eine weitere für Delta Airlines war in gleichem Zustand.
Auf der anderen Seite fügte man gerade erst die Rumpfsektionen zusammen.
Lockheed ließ die Menschen sehen, wie das Flugzeug entstand: dort ein komplette Flugzeug, hier ein paar lose Flügel, ein mit Flugdeck vollständiger
Nasenabschnitt, der lange kreisförmige Hauptkabinenabschnitt. Für den Außenstehenden ergab sich ein Bild des Chaos aber das hatte System denn nicht lange nach der ersten Schraube
entstand eine weitere flugfertige Maschine. |
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Ansicht einer TWA L1011 TriStar von oben
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| Obwohl viele Teile in anderen Ländern der Erde hergestellt wurden passte alles. Die Passagier und Frachttüren kamen aus Gifu in Japan, Teile der
Triebwerksaufhängungen aus Winnipeg in Kanada, die Tragflächen aus Nashville, Tennessee.
Die Koordination war eine Meisterleistung und beruhte schon 1972 auf dem Einsatz von moderner Technologie und Computern.
Dazu ein Ingenieur : "Millionen von Bits und Bytes sind aus Millionen von Arbeitsstunden für das Design der L1011 entstanden. Diese Daten werden in Computern gespeichert,
die wiederum die Richtlinien und Vorgaben für die exakte Fertigung von Einzelteilen errechnen. So was nennt man computerunterstützte Fertigung und wir setzen das mit großem
Erfolg ein" |
Rißzeichnung der L1011 TriStar
Die einzelnen Teile kamen aus der ganzen Welt
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| Bei der Vergabe von Aufträgen für den Bau von Einzelteilen spielten Erfahrung und "know how" eine besondere Rolle.
Typisch für eine solche Vergabe von Aufträgen waren z.B. Lockheeds Beziehung zu Avco Aerostructures Division in Nashville (Tennessee). Diese Firma erhielt
den Auftrag, 350 Sätze von Tragflächen für die L1011 einschließlich aller benötigten Werkzeugsätze zu bauen. Lockheed verpflichtete sich im Gegenzug vertraglich
zur Zahlung des unglaublichen Betrages von $ 575.000.000.
Avco und Lockheed hatten bereits 1954 bei der C -130 "Herkules" erfolgreich zusammen gearbeitet. Damals fertigte die Firma senkrechte und waagerechte Stabilisatoren für das
Arbeitspferd des militärischen Transports. Weiterhin gab es Erfahrungen im Bereich der C-141 Starlifter für die Avco Aerostructures die Flügel baute und auch bei der
C-5 Galaxy konnte Avco den Zuschlag für den Bau der Tragflächen gewinnen.
Mit diesen Erfahrungen war es für Avco nicht besonders schwierig, die Konkurrenz für den Bau der L1011 Tragflächen aus dem Rennen zu schlagen |
TriStar Tragflächen in Produktion bei Avco Aerostructures Division
Zu sehen sind 6 linke Tragflächen für die Lockheed 1011 TriStar.
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| Es erforderte einige harten Managemententscheidungen von Avco, da mit Annahme des Vertrages Ausgaben von mehr als $ 110.000.000 für die zu modifizierenden Gebäude,
Werkzeuge, Spannvorrichtungen und Testgeräte auf die Firma zu kamen. Zudem war die Marktlage für neue Verkehrsflugzeuge angespannt. Boeing´s Flugzeuge verkauften sich immer noch
sehr gut und das Douglas DC-10 Programm war ebenfalls aufgelegt worden.
Für beide Firmen (Lockheed und Avco) bestand ein großes Risiko. Wenn die L1011 nicht in genügender Stückzahl verkauft werden würde hätte dies
weitreichende Folgen gehabt. |
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Ein Teil der Hauptkabine genau über dem Flügelkasten
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| Im Oktober 1969 errichtete Avco neue Gebäude, in denen die Tragflächen der L -1011 gebaut , getestet und für den Transport nach Palmdale verladen wurden. Die
vorhandenen Anlagen reichten für die Fertigung jedoch bei weitem nicht aus und ein weiteres 165.000 m2 großes Gelände in der Nähe von Berry Field wurde hinzugekauft.
Die gesamte Fläche von Avco betrug nun 639.000m2.
Die Produktion der Flügel begannen sofort. Jede Tragfläche wurde aus fast 7.500 Einzelteilen zusammengesetzt und wog ca. 10 Tonnen.
Der erste komplette Flügel wurde am 27. April 1970 von einem Super Guppy nach Palmdale geflogen.
Bis Ende 1971 hatte Avco Lockheed 17 vollständige Tragflächen Sätze geliefert. Zwischenzeitlich war die Lieferung der Tragflächen von dem Flugzeug auf die
Eisenbahn umgestellt worden. |
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Arbeiter in staubfreier Kleidung wenden Titanlaschen.
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Arbeiter beenden die Montage des 80 Fuß langen Mittelrumpfsegments .
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Die Cockpitsektion in einer frühen Phase des Bau´s
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| Der Bau der "TriStar" entwickelte sich als fast gänzlich unproblematisch. Der verstorbene Dick Fliedner, der erste Direktor der L-1011 Produktion, beschrieb dieses
folgendermaßen: "Jemand sagte einmal, daß es unmöglich ist, Brücken zu bauen und gleichzeitig Filme zu machen. Aber genau das machen wir sinnbildlich hier. Aber wir haben
Profis die unsere Produktionsprobleme beheben bevor diese überhaupt auftreten. Sie begannen Lockheed Flugzeuge aus Holz zu bauen und sie sind mit uns den Weg ganz zu Titan gewandert.
Die L -1011 Entwurfsdetails, die Materialauswahl, die Herstellungsprozesse und die Entwicklung wurde lange im vorhinein getestet und optimiert. Das löste die meisten potentiellen
Produktionsschwierigkeiten mit dem TriStar bevor sie auftreten konnten ". |
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Tragflächen der TriStar erwarten die Montage
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| Lockheed hielt was von den Mitarbeitern und war gleichermaßen auf diese Profis angewiesen. Dies zeigte sich auch immer wieder in der Auswahl von Maschinen und Materialien.
Wenn es irgend ging, wurde alles bei Lockheed selbst hergestellt. Größeres Werkzeug für die L1011 wurde z.B. in Lockheeds Plant B1, der Geburtsstätte der legendären
P-38 und auch der L-188 Electra , hergestellt.
Man ging einfach davon aus, daß eigenproduzierte Maschinen weniger Problem verursachten als solche von Drittanbietern Aus dieser Denkweise resultierten auch viele neue und
revolutionäre Herstellungsmethoden. |
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Der Zusammenschluß des mittleren und hinteres Rumpfsegmentes beendete die Montage des 147 Fuß langen Druckschotts.
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Deckenkräne passten die verschiedenen Rumpfsegmente ein
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Lockheed ersetzte Nieten durch Klebstoff. Im Bild trägt ein 1" (3,54 cm) breites, verklebtes Plastikteil ein ganzes Automobil (Pfeil)
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| James B. Strand, Chefingenieur L -1011 Produktionsentwurf ".. die weitreichende Verwendung des strukturellen haftenden Bindens von einzelnen, kleine Lappen zu großen
Tafeln (von 15 Fuß bis 38 Fuß) ist eine wichtige neue Entwicklung. Wir erreichen dadurch eine bessere Korrosionswiderstandsfähigkeit und Dauerhaftigkeit. Solche großen,
geklebten Tafeln werden in der Luftfahrtindustrie erstmals unter Einbeziehung der autoclav, einer Entwicklung der Raumfahrtindustrie, verwendet ".
Die Autoclave in der Anlage B-1 in Burbank war eine der größeren Attraktionen. Es war der größte "Druckkocher" der Welt . |
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Die riesige Spannvorrichtung für die Zusammenführung von Flugzeugrumpfteilen nähert sich Fertigstellung in Lockheeds Anlage in Burbank. Viele Werkzeuge
wurden in Anlage B-1 in Burbank erfunden . Auch die berühmten "Constellations" wurden hier gebaut.
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| Ein anderer revolutionärer Betrieb in Bezug auf den Bau der TriStar war die riesige Lackierhalle, die im dritt größten Gebäude des Komplexes untergebracht
war. Lockheed legte auf die Lackierung großen Wert und erprobte schon weit vor Lackierung des Prototyps neue und umweltschonendere Verfahren.
Die Konzeption, die notwendige Entwicklung der Geräte, Einrichtungen und Methoden wurden auf der Grundlage einer einjährigen Studie über gegenwärtige
Flugzeuglackierungen umgesetzt.
Die Bemühung führten zu Entwicklung eines beträchtlich verbesserten Polyurethananstrichs und dem Entwurf und Bau eines einzigartigen Anstrichhangars. Zahlreiche
Detaillösungen führten letztendlich dazu, das ein Flugzeugrumpf in der Rekordzeit von nur 43 Minuten lackiert werden konnte. Bislang hatte man hierfür mindestens 4 Stunden
benötigt.
Die Ergebnisse der Studie zeigten den Ingeneuren den effizienteste Weg auf, wie ein TriStar zu lackieren sei. Erst wurde der Rumpf lackiert, dann absolvierte die Maschine mit
unlackierten Tragflächen und Rudern den Erstflug. Nachdem der Erstflug erfolgreich durchlaufen wurde nahm die Airline das Flugzeug in erster Instanz ab. Die Lackierung der Tragflächen
und Ruder erfolgte danach gleichzeitig mit der Ausbesserung von anderen Schäden |
Die Lackierhalle in Palmdale konnte das gesamten Flugzeug aufnehmen.
Zur Lackierung einer Maschine wurden rund 58 Gallonen Farbe benötigt
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Lackierer konnten dank eines neuartigen, mobilen Anstrichportals in nur 40 Minuten einen gesamten L-1011 Rumpf lackieren
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| Ein bedeutender Punkt bei der Lackierung war der Einsatz von mobilen Bühnen , die den Lackierern eine uneingeschränkte Beweglichkeit rund um das
Flugzeug ermöglichten.
Auf 4 Ebenen standen die Lackierer neben dem Rumpf. Eine ausgefeilte Technik sorgte dafür, daß sich die Ebenen gleichmäßig um den Rumpf drehten.
Das gesamte Lackiersystem war 12 m lang, 15 m hoch und wog rund 40 Tonnen. Die Lackierer wurden permanent mit heißem und kaltem destilliertem Wasser, Druckluft und
Elektrizität beliefert. Die Atemluft wurde über ein Schlauchsystem direkt in die Hauben der Lackierer geführt und gleichzeitig sorgte ein anders System für die Filterung und
Absaugung der kontaminierten Hallenluft.
Der Wäsche- und Auffrischungsbereich nahm mit über 22.000 m2 den meisten Platz der Lackierhalle ein. Alleine in diesem Abschnitt der Halle wurden
minütlich mehr als 200.000 m3 Luft gefiltert.
Auch das Waschen und Nachbearbeiten des frisch lackierten Flugzeuges wurde von mobilen Arbeitsbühne aus durchgeführt. Der Lackierer war in der Lage die Bühne
beliebig entlang des Flugzeugrumpfs abzusetzen oder durch Drehung über den Flügel zu richten. Nur die Tragflächenunterseite wurde von festeingestellten Bühnen aus
lackiert. Waagerechte und senkrechte Stabilisatoren wurden bereits vor der Montage an den Flugzeugrumpf lackiert.
Viele andere Innovationen waren in Palmdale offensichtlich. Robert W. , Produktionsmanager für die L -1011 und mehr als 34 Jahre bei Lockheed tätig, beschrieb Plant10
folgendermassen: "...dies ist die beste Anlage, die ich jemals sah. Wir können an 39 L -1011 gleichzeitig arbeiten. In der Produktionslinie, auf dem Boden und der Flight Line. Wir sind in
der Lage alle 2 Tage ein Flugzeug auszuliefern wenn die Produktion voll ausgelastet ist".
Am 20. Juli 1970 wurde Plant10 feierlich eingeweiht. Der damalige Gouverneur von Kalifornien, Ronald Reagan erklärte "..dies ist die Antwort an alle diejenigen, die meinen
das nur der Staat unsere Probleme lösen kann. Lockheeds Projekt L -1011 wird völlig mit privatem Kapital finanziert. Es ist eine Investition durch die der private Sektor zukünftig
wieder Vertrauen in die Nation und das Wirtschaftssystem finden kann". Er fügte hinzu "Wir sehen hier eine $ 50.000.000 Begabung für die L -1011. Dies ist die wohl hochwertigste Werbung
für einen Jetliner, der jemals durch Menschenhand produzierte wurde". |
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Einweihungsfeier von Lockheeds Plant 10 bzw. der "Star Factory in the Desert"
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| Paradoxerweise begannen die Arbeiten am Prototypen schon lange bevor das eigentliche Fertigungsgebäude fertig gestellt war. Der erste TriStar war genau an dem Tag
fertiggestellt als auch Plant10 eingeweiht wurde.
Die Herstellung des TriStar Nr. 1 wurde am 1. März 1969 begonnen. Am 24. Juni 1969 waren, bis auf die Tragflächen alle Teile in Palmdale vorhanden, die für den
Bau des Flugzeuges notwendig waren. Die Tragflächen wurden von AVCO am 29. April 1970 geliefert und 5 Tage später an den Rumpf montiert.
Die RB.211 Triebwerke von Rolls-Royce kam Ende Juni an und wurden nach einem umfangreichen Testprogramm installiert. Ziel war, den TriStar am 01. September 1970 der
Öffentlichkeit vorzustellen und Lockheed konnte diesen Zeitplan halten.
Der TriStar Nr. 1. wurde in den Lockheed Hausfarben weiß , rot und Orange lackiert. Beim Roll-out der Fertigungshalle wurde die Maschine von einer Delegation aus 6
Stewardessen der Erstkunden (Eastern Air Lines, Trans World Airlines, Delta Air Lines, Air Canada, Air Jamaica und Pacific Southwest Airlines) und offiziellen Vertretern von Lockheed
( A. Carl Kotchian, Präsident der Lockheed Aircraft Corporation ; Charles S. Wagner, Präsident Lockheed - California ; William M. Moran, Vize Präsident kommerzielle Programme)
begleitet. |
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Roll - out der ersten L1011 TriStar
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| Nach der offiziellen Veranstaltung wurde der Prototyp für weitere Tests der Tragflächen in den Flugtesthangar gezogen während die Arbeiten an den ersten L-1011
für den Kundeneinsatz in der Produktionshalle begannen. |
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Die Flightline: 10 nagelneue L1011 warten auf Ihre Abnehmer
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