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Wieso setzte sich die Lockheed TriStar nicht auf dem Markt durch?
Die Frage, wieso sich die TriStar nicht gegen die McDonnell Douglas DC-10 durchgesetzt hat, ist in vielen Einzelpunkten zu suchen. Die grossen finanziellen Schwierigkeiten
von Lockheed und der Bankrott des Triebwerkherstellers Rolls-Royce, setzten viele Fragezeichen hinter den TriStar. Die interessierten Fluggesellschaften setzten daher auf ein sichereres Projekt.
Besonders die Triebwerke waren ein grosser Unsicherheitsfaktor. Mit dem RB.211 Triebwerk produzierte Rolls Royce erstmals ein Produkt in der Leistungsklasse von rund 200 kN Schub
und hatte deshalb unzählige, unvorhergesehene technische Probleme zu bewältigen. Zusätzlich hatte Lockheed das Handikap, nur ein Flugzeug in einer Grosse anzubieten. Die
Konkurrenten Boeing und Douglas hatten jedoch eine ganze Palette von sich ergänzenden Flugzeugen im Sortiment.
Ein weiterer Grund für den Misserfolg der L-1011 war sicher die geringe Reichweite. Die Grundversion der TriStar, die Serie l, wurde hauptsächlich
auf dem amerikanischen Kontinent eingesetzt. Transatlantikflüge konnten nur mit geringer Nutzlast oder Zwischenlandungen erreicht werden. McDonnell Douglas hingegen bot ihre DC-10 in
insgesamt 4 Versionen an. Die DC-10-10 war für den inneramerikanischen Einsatz vorgesehen und entsprach den Leistungen der TriStar l. Die DC-10-30 dagegen wurde als Langstreckenflugzeug
ausgelegt und hatte bei der vollen Nutzlast genügend Reichweite für Nonstopflüge über den Atlantik. So sollten in der Zukunft auch die meisten Flugzeuge des Types DC-10-30
gefertigt werden. Lockheed verfügte erst 1978, acht Jahre nach dem Erstflug einer TriStar, mit dem Modell 500 über ein Flugzeug mit ähnlichen Flugleistungen. Zu dieser Zeit
war der Markt jedoch bereits mit der DC-10-30 gesättigt.
Trotz alle dem gab es in den späten 80´er Anstrengungen, die Produktion der L1011 wieder aufzunehmen. Delta Airlines zeigte Ende 1986 Interesse an weiteren
25 - 50 L1011. Auch Eastern Airlines kam als erneuter Abnehmer weitere L1011 in Betracht. Aber Lockheed hatte durch den Millionenverlust der L1011-Produktion einiges an Steuern abschreiben
können. Im Falle einer erneuten Produktionsaufnahme hätten diese Steuern gezahlt werden müssen.
Lockheed prüfte daraufhin die Produktionsaufnahme in Europa und Russland. Aber nach 2 Besuchen hochrangiger Lockheed Funktionäre, war klar das eine Produktionsaufnahme
nicht zu realisieren war.
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