| Im Januar 1978 wurde Delta Airlines zweiter Kunde für den TriStar 500 mit einer Bestellung über zunächst zwei Maschinen und im April 1978 folgte Pan Am mit 12
Festbestellungen und 14 Optionen.
Der Rumpf des TriStar 500 wurde um 4,40 m auf 50,04 m verkürzt, die Spannweite dabei um 2,75 m auf 50,09 m gestreckt. Die maximale Abflugmasse betrug zunächst 496.000
lbs, wenig später 504.000 lbs und kann bei entsprechender Modifikation auf 510.000 lbs gesteigert werden. Die Tankkapazität wurde nochmals erhöht, und zwar auf 213.640 lbs, die
technische Ausrüstung um ein neues Flight Management System (FMS) ergänzt. Durch die Verkürzung des Rumpfes bei gleichzeitiger Streckung der Tragflügel büßte
der TriStar 500 bei hohen Machzahlen ein geringes Maß an Stabilität um die Längsachse ein. Zum Schutz gegen eine übermäßige Beschleunigung wurde diese Variante
mit einer Recovery Speed Brake (RSB) ausgerüstet, die die Spoiler bei zunehmenden g-Kräften automatisch bei Mach 0.85 bzw. Mach 0.885 im Horizontalflug aktiviert.
Noch im Jahre 1978 bestellte BWIA International aus Trinidad und Tobago zwei TriStar 500 fest und optionierte auf zwei weitere Exemplare.
Der erste TriStar 500 rollte am 12. Oktober 1978 auf das Vorfeld in Palmdale und erhob sich vier Tage später zu seinem Jungfernflug. Sechs Monate darauf, am 16. April 1979,
wurde die Musterzulassung erteilt und British Airways erhielt ihre erste Maschine (s/n 1164) am 29. April.
Im gleichen Monat gab Air Canada sechs TriStar 500 in Auftrag und übernahm neun Optionen, im Mai 1979 folgte LTU mit zwei Bestellungen und im September des Jahres konnte
TAP Air Portugal als neuer Kunde für die L-1011 gewonnen werden, als sie einen Vertrag über drei Bestellungen und zwei Optionen für den TriStar 500 unterzeichnete.
ALIA Royal Jordanian kam Ende 1979 mit fünf plus vier Maschinen hinzu, ein weiterer TriStar 500 wurde für die Regierung Jordaniens bestellt und im März 1980
erteilte Air Lanka einen Auftrag über zwei TriStar 500 plus zwei Optionen.
Nach der Zulassung der ersten elf TriStar 500 folgten die Maschinen der Pan Am, die als erste mit Active Controls (ACS) ausgerüstet waren. Das Active Control System
ermöglicht eine geringere Flächenbelastung der Tragflügel bei Böen und Turbulenzen, indem jedes äußere Querruder auf einen Nullpunkt bei 8° eingestellt wird
und automatisch auf jede Flügelbiegung und Flächenbelastung reagiert. Nach der Musterzulassung dieser Maschinen vom 15. April 1980 wurden auch die ersten TriStar 500 mit dem ACS
nachgerüstet.
Geplante Weiterentwicklungen
Lockheed verfolgte von Anfang an das Ziel den TriStar als komplette Familie zu entwickeln. Doch während die -100 , -200 und -500 erfolgreich in die Luft
gebracht werden konnten verließen einige serienreife Entwürfe nicht einmal das Zeichenbrett .
Auf der Grundlage einer Anforderung von All Nippon Airlines (ANA) kündigte Lockheed im Herbst 1976 die L1011 - 300 mit einer Kapazität von maximal 410
Passagieren auf dem Oberdeck und weiteren 45 im Unterflugbereich an. Diese Version sollte um 9m gestreckt werden, somit eine Gesamtlänge von 63,20m besitzen und für den Einsatz
auf kurzen aber stark gebuchten Routen zum Einsatz kommen.
Das geplante maximale Abfluggewicht wurde von Lockheed mit 466.000 lbs (211.000 kg) angegeben. Letztendlich bestellte ANA die Boeing B747SR (Short Range) und keine andere Airline
konnte für diese Variante gewonnen werden.
Mitte der 70´er Jahre begann Lockheed mit der Entwicklung einer Kurz - bis Mittelstreckenvariante. 1977 wurde aus dieser Idee die L1011 - 400. Auf der Grundlage der
L1011 - 500 sollte diese Maschine mit etwas überarbeiteten RB211-22 Engines 200 bis 250 Passagiere über eine Entfernung von etwa 5000 km transportieren können. Das maximale
Abfluggewicht wurde mit 350500 - 374500 lbs (159000 - 170000 kg) angegeben. Weiterhin wurde diese Variante bei Lockheed als das wirtschaftlichste Modell der gesamten L1011 Familie angepriesen.

Die L1011 - 600 TwinStar war nichts anderes als eine L1011 - 500 mit 2 Triebwerken. 174 bis 200 Passagiere sollten auf Routen zwischen 2.000 und 2.700 miles
(3.700 - 5.000 km) transportiert werden können.
Lockheed gelang es nicht, für diese Varianten Abnehmer zu finden. In der Folge versuchte man, weitere Entwicklungen auf der Grundlage bereits fliegender
Werksvarianten zu realisieren.
Die L1011 - 500 Stretch besaß als Grundlage den Rumpf der L1011 - 200 und die Tragflächen der L1011 - 500 inklusive der, damals revolutionären
Active Controls. Dieses garantierte eine transatlantische Reichweite bei einer Kapazität von 400 Passagieren.
Die L1011 - 500 "Hot and High" wurde von stärkeren RB211-524D4 Triebwerken mit 235 Kn angetrieben.
Den Prototypen (msn 1001), der ab Herbst 1978 als "Advanced TriStar" bezeichnet und entsprechend umlackiert wurde, nutzte Lockheed ständig als Testflugzeug.
Jedes größere neue System, das in der L-1011 verwendet wurde, war zuvor im 'Ship One' erprobt worden.
Die Standards des "Advanced TriStar", die Lockheed dann ab 1981 für die TriStar - Varianten anbot, beinhalteten neben der neusten Version des RB.211-524
und einem neu entwickelten FMS auch die vergrößerte Spannweite und das ACS des TriStar 500. Darüber hinaus ersetzte man im Prototypen - auf dem Panel des Ersten Offiziers - die
analogen Instrumente durch CRT-Displays und sah des weiteren vor, auch das Höhenruder mit einem Active Control System zu verbinden, was als 'Relaxed Stability with Active Controls'
bezeichnet wurde.
Eine weitere Innovation des "Advanced TriStar" war das 'Fuel Transfer System', das der Crew während des Fluges erlaubte, den Center of Gravity durch Umleiten des
Treibstoffes zu optimieren.
Mit der Ende 1981 beschlossenen Produktionseinstellung jedoch mußten all diese Pläne verworfen werden. |