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Eines der wohl außergewöhnlichsten Projekte wurde 1995 von Lockheed, Foster Edwards Aircraft Co. und Air Methods Corp. entwickelt. Für Operation Blessing International Relief & Development, einer humanitären Hilfsorganisation des US-Amerikaners Pat Robertson, projektierte man den Umbau eines früheren TriStar 100 von Worldways Canada (msn 1064) zu einer "fliegenden Klinik".

Die msn 193L-1064 wurde am 02. Juli 1974 fabrikneu von Pacific Southwest Airlines übernommen und als N10112 zugelassen. PSA ließ ihre Maschinen ab Werk mit einer Unterflurlounge im vorderen Frachtraum ausstatten. Sechzehn Passagiere fanden hier zusätzlich zu den 329 auf dem Hauptdeck Platz. Über eine breite Treppe war diese Lounge bequem zugänglich, sie hatte eine bestens ausgestattete Bar und eine eigene Stewardeß kümmerte sich um die Clubgäste. Eine im Cockpit installierte Videokamera übertrug auf zwei Bildschirmen Start oder Landung. Auf Ablehnung stieß diese Lounge allerdings wegen der fehlenden Fenster und deshalb wurde sie Anfang der achtziger Jahre von den Nachfolgeairlines wieder ausgebaut, wobei der frei werdende Platz meist für Fracht benutzt werden konnte. Diese Unterflurlounge bzw. die Möglichkeit, eine solche relativ schnell wieder einbauen zu können, machte die 1064 zu einem besonders geeigneten Kandidaten für die Umrüstung zum fliegenden Krankenhaus.


PSA N10112
Worldways C-GIES

Zuerst erfolgte jedoch ein erneuter Verkauf (20. Juni 1985) an Worldways Airways aus Canada, die die Maschine als C-GIES bis zur Betriebseinstellung 1991 operierte.

Die Royal Bank of Canada kaufte die Maschine und legte diese in Kingman still bis diese im Oktober 1994 an International Jet Charter (dem Betreiber des Flying Hospital) verkauft werden konnte.

Die Modifikationsarbeiten,die ab Januar 1995 vom Lockheed Aeromod Center in Tucson / Arizona durchgeführt wurden, umfaßten auf dem Hauptdeck im wesentlichen die Einrichtung von zwei Operationsplätzen für Augen-, HNO-, Mund-/kiefer- sowie gesichtschirurgische Eingriffe, eines Untersuchungsraumes, eines Bereiches für die prä- und postoperative Überwachung mit 12 Betten sowie eines Operationssaales mit drei abgetrennten Operationstischen


P4-MED während der Umrüstung zum Flying Hospital

Im vorderen Teil des Hauptdecks wurden 67 Passagiersitze installiert, die sowohl für die Patientenvorbereitung wie auch für Vorträge über Operationstechniken vor nationalem medizinischen Personal genutzt werden können.

Da es sich beim TriStar 100 um eine ursprünglich für PSA gebaute Maschine handelte, konnte man sich den Raum der dort exklusiv eingebauten Unterflurlounge und die entsprechende Zugangstreppe im linken unteren Rumpf nutzbar machen. Neben der Patientenaufnahme befinden sich hier die Küche, ein Aufenthaltsbereich und die Apotheke. Im hinteren Frachtraum wurden die verschiedenen Systeme installiert, die das Flugzeug unabhängig von der Umgebung machen. Hierzu gehören die Ground Power Auxiliary Unit (GPAU), ein Dieselgenerator, Sauerstoff-, Stickstoff- und Vakuumsysteme für die OP - Geräte sowie ein Wasserreinigungssytem.




Nachdem die Umbauarbeiten, die einschließlich Flugzeug insgesamt rund 25.000.000 US-$ kosteten, im April 1996 abgeschlossen waren, wurde das "Flying Hospital" am 21. Mai in Washington D.C. der Öffentlichkeit vorgestellt und vom früheren US-Präsidenten George Bush eingeweiht. Darauf folgte ab dem 23. Mai eine 22tägige Präsentationstour durch die Vereinigten Staaten.

Mit nur rund 22600 Stunden und 8750 Landungen ist die 1064 die „jüngste“ Long - Body TriStar. Dabei wird die Maschine jährlich nur rund 150 Stunden geflogen und nach jeder Mission einsatzbereit abgestellt.




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L1011 Story
Entwicklung und Produktion
Palmdale
Triebwerk
Flightest
Weiterentwicklungen
Weiterentwicklung -500
Produktionseinstellung
(Werks) Umrüstungen
Umrüstungen Tanker
Umrüstungen Frachter
Umrüstungen OP Blessing
Umrüstungen Orbital Sc.
Technische Daten
Epilog
Chronologie
Letzte Aktualisierung : 16. Januar 2004
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